Die Rolle von Social Commerce in der Transformation von Kaufprozessen
Kurzfassung: Neue Studien von IFH KÖLN, KPMG und dem ECC CLUB zeigen, dass Social Commerce in vielen Märkten etabliert ist und Kaufprozesse nachhaltig verändert. Plattformen wie TikTok und Instagram werden zunehmend zu direkten Verkaufsorten, während KI-gestützte Assistenten die Produktsuche und Empfehlungen neu ordnen.
Social Commerce als direkter Kaufort und Auswirkungen auf das Online-Shopping
Das gemeinsame Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG dokumentiert, dass mehr als sieben von zehn Befragten bereits über Social-Commerce-Angebote eingekauft haben. Nur etwas mehr als jede:r Zehnte lehnt das Konzept ab.
Wie spontane Käufe und Ausgaben das Verbraucherverhalten prägen
Fast zwei Drittel dieser Transaktionen waren Spontankäufe; rund 40 Prozent der Käufer:innen gaben beim letzten Social-Commerce-Kauf mehr als 50 Euro aus. Diese Zahlen zeigen, dass soziale Medien nicht nur Inspiration liefern, sondern direkte Umsatzkanäle sind — ein Befund, der Online-Händler in Zeiten moderater Konsumausgaben neue Chancen bietet.
Ein konkretes Beispiel ist der Deutschlandstart des TikTok-Shop im März 2025: Laut Studie haben bereits rund 9 Prozent der Befragten dort gekauft, durchschnittlich für 59 Euro. Das unterstreicht, wie Interaktive Plattformen die klassische Customer Journey vom Entdecken bis zum Checkout verkürzen.
Insight: Social Commerce wandelt Scrollen in Käufe, besonders bei nicht dringlichen Produktkategorien.

Digitale Transformation: KI, Assisted Commerce und neue Empfehlungslogiken
Parallel zum Social-Commerce-Boom verändert KI die Grundlagen der Produktsuche. Die ECC CLUB Studie 2025 beschreibt drei Schlüsselbegriffe: Social, Assisted, Agentic. Bereits rund 31 Prozent nutzen Chatbots und KI-Tools zur Produktsuche.
Von Chatbots zur Agentenlogik: Wer entscheidet, was sichtbar wird?
Rund 35 Prozent der KI-Nutzer greifen inzwischen öfter auf KI als auf traditionelle Suchmaschinen zurück. Das bedeutet: Sichtbarkeit entsteht zunehmend in Datenfeeds und Dialogen statt allein durch klassische SEO. Händler müssen deshalb ihre Produktdaten und Inhalte für KI-Aufrufe optimieren; weiterführende Überlegungen dazu finden sich etwa in Beiträgen zur Webmarketing-Strategie mit KI 2026.
Gleichzeitig zeichnet sich ein Trend zu digitalen Einkaufsagenten ab: 61 Prozent können sich deren Nutzung vorstellen, doch nur 9 Prozent würden heute eine vollständige Abwicklung inklusive Zahlung delegieren. Datenschutz und Vertrauen bleiben zentrale Hürden.
Insight: KI wird Gatekeeper für Sichtbarkeit — saubere Daten und transparente Prozesse sind entscheidend, um in Agentenlogiken empfohlen zu werden.
Technische Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren für nachhaltigen Social Commerce
Die Studien betonen, dass Social Commerce mehr ist als Kanalwahl: Es erfordert strukturierte Produktdaten, modulare Inhalte und nahtlose Integration in E-Commerce-Infrastrukturen. Sichtbarkeit entsteht dort, wo Datenqualität, Preis-Leistung und Nutzervertrauen zusammenkommen.
Content, Personalisierung und Plattformstrategie für bessere Kundenerlebnisse
Für die konkrete Ausgestaltung sind zielgruppengerechte Botschaften, Storytelling in sozialen Medien und Echtzeit-Personalisierung entscheidend. Praxisnahe Ansätze zur Verzahnung von Content und Verkauf finden sich in Analysen zu Social Discovery und Webmarketing sowie bei Diskussionen zur Hyperpersonalisierung in Echtzeit.
Händler, die Produktdaten sauber führen und Inhalte für KI-Dialoge aufbereiten, erhöhen ihre Chancen, in Assisted– und Agentic Commerce sichtbar zu sein. Marken, die zugleich Emotion und Vertrauen in sozialen Formaten transportieren, stärken das Kundenerlebnis und die Bindung.
Insight: Technologische Anschlussfähigkeit und narrative Stärke entscheiden, ob Social Commerce zu dauerhaftem Wachstum führt.





